Schluchten, flotte Strömung und Baumhindernisse auf der Drawa

In der flotten Strömung treibt der Canadier dem querliegenden Baumstamm entgegen, jetzt hilft nur noch der entschlossene Einsatz des Paddels um der drohenden Kenterung zu entgehen. Beherzt pflügt das Paddelteam durch das Wasser, das Kanu neigt sich bedenklich zur linken Seite, aber wir erreichen gerade noch rechtzeitig den schmalen Durchlass am rechten Flussufer. Einmal tief durchatmen, noch mal gut gegangen, aber flussabwärts wartet bereits das nächste Hindernis…
Die Drawa (Drage) ist ein Fluss im Herzen Pommerns nur 130 km östlich von Stettin. Sie fließt durch 16 Seen und ursprüngliche Flußlandschaften nach Süden und mündet nach ca. 190 Kilometern in die Notec (Netze). Die Drawa bietet Kanufreunden wunderbare Möglichkeiten, Abenteuer zu erleben und die ursprüngliche Natur vom Boot aus zu genießen.
Das idyllische Seengebiet erstreckt sich von Czaplinek (Tempelburg) bis Krzyz (Kreuz) und umfasst das Waldgebiet “Puszcza Drawska” sowie Teile des Drawa-Nationalparks. Die Drawa bildet auf der ganzen Länge beeindruckende Schluchten und Täler. Aufgrund ihrer schnellen Strömung und der Gestalt ihres Flussbettes ähnelt sie einem Bergfluss.
Manchmal muss man wirklich gut steuern können, Hürden umfahren, schnelle Entscheidungen treffen, um das Umkippen des Bootes zu verhindern, z. B wenn umgestürzte Bäume die Weiterfahrt behindern. Das Flussufer ist kurvig und sehr malerisch. Die steilen Abhänge des Drawa-Tals sind überwiegend mit Buchen bewachsen, aber es gibt auch zahlreiche alte Eichen und Kiefern. Im Herbst bezaubern die Bäume mit ihren pastellfarbenen, sich im Wasser widerspiegelnden Blättern. Oft begegnet man Rehen, Hirschen oder Wildschweinen, aber auch Otter und Biber kann man am Wasser treffen.
Die Drawa bietet eine der schönsten Kanutouren in Polen. Die Anreise erfolgt am Samstag zum Camping-Platz „Agro Camping“ in der Nähe des Ortes Prostynia (Bahnanschluß). Wir paddeln sieben Tage jeweils ca. zehn bis 16 km bis Krzyz (Bahnanschluß), von wo aus wir am Sonntag die Rückreise antreten.

Hindernisse versperren den WegAm Röhricht entlangRuhe über dem Flussmanchmal wird es engquerliegende Bäume